Der akute Schulterschmerz – Ursachen, Diagnostik und Therapie
 
1. Engpaßsyndrom (Impingementsyndrom)
 
2. Sehnenabriss im Schultergelenk
 
3. Kalkschulter
 
4. Eingesteiftes Schultergelenk
 
5. Schultereckgelenksarthrose (AC-Gelenksarthrose)
 
6. Auskugeln  und Instabilität des Schultergelenkes
 
Das OP-Konzept
 
Die Operateure
 
Kontakt
 
Links
 
Impressum
 




FLYER
zum Download als PDF-Datei
 

 
Der akute Schulterschmerz  – Ursachen, Diagnostik und Therapie


Ursachen und Symptome:

Akute oder häufig wiederkehrende Schmerzen am Schultergelenk – speziell beim Anheben des Armes, Überkopfarbeit oder beim hinter den Rücken fassen, sind immer wieder Beschwerdebilder, die eine zunächst konservativ-symptomatische orthopädische Therapie verursachen. Dieser Symptomkomplex wurde lange unter dem Sammelbegriff „ Periarthropathia humeroscapularis“ zusammengefasst. Die Ursachen dieser Schmerzsymptomatik sind allerdings vielfältig und bedürfen einer differenzierten Therapie. Das Schultergelenk ist ein komplexes Gelenk mit vielen Bewegungsfreiheiten und wird von einem kräftigen Muskel- und Sehnenmantel umgeben und von einem knöchernen Dach bedeckt. Die häufigste Ursache akuter Schulterschmerzen ist das sog. Engpass-Syndrom (Impingementsyndrom) unter dem Schulterdach bedingt durch einen kleinen knöchernen Sporn, der bei Seitwärtsbewegung des Armes eine Schleimbeutelentzündung auslösen kann und Druck auf die Rotatorenmanschette ausübt. Auch ohne Unfall kann es hierbei, gerade bei älteren Patienten, zu Rissen der Rotatorenmanschette kommen, die dann auch eine aktive Bewegungseinschränkung bewirken. Unfallbedingt können akute unfallbedingte Risse der Rotatorenmanschette auftreten und bei Schulterluxation (Auskugeln des Schultergelenkes) kann es zu Verletzungen im Bereich der Schulterpfanne/Kapsellabrumkomplex (Bankart-Läsion) kommen.


Röntgenbild Schulter

Diagnostik:

Die klinische Untersuchung des Patienten gibt bereits wichtige Hinweise auf die Ursache des Schulterschmerzes und bestimmt den Umfang der nachfolgenden Diagnostik.
Die Erstdiagnostik bei akuten Schulterschmerzen besteht in der Sonografie (Ultraschalluntersuchung). Hierbei kann bereits sehr genau auf die Ursache der Schmerzsymptomatik geschlossen werden. Sowohl die Rotatorenmanschette als auch das Schulterdach und evtl. entzündete Schleimbeutelveränderungen können sehr genau lokalisiert und in der Ausdehnung erkannt werden. Evtl. vorhandene Kalkdepots kommen zur Darstellung. Speziell bei Schulterluxationen und Schulterschmerzen nach einem Unfall empfiehlt sich die Durchführung einer kernspintomografischen Untersuchung (MRT), weil hierbei die Ausdehnung von Rotatorenmanschettenrissen und die evtl. Kapsellabrumverletzung genau dargestellt werden können. Entscheidend ist auch die exakte körperliche Untersuchung des Patienten, die bereits spezifische Hinweise auf die Ursache des Schulterschmerzes bringen können.

Therapie:

Bei o. g. Diagnosen wird zunächst ein konservativer Behandlungszyklus mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten, lokalen Infiltrationen und Krankengymnastik vorgenommen. Bei Beschwerdepersistenz wird eine arthroskopische Operation (Gelenkspiegelung) durchgeführt.
Sowohl die Vorbereitung der Operation (Beratungsgespräch, Aufklärung und Information über den Behandlungsverlauf), die Operation selber und die Nachbetreuung erfolgt durch die Orthopäden der Praxisgemeinschaft. Die stationären Operationen erfolgen im Zentralklinikum Emil von Behring und im Krankenhaus Waldfrieden in Zehlendorf und in der Privatklinik Clinica vita in Berlin Wilmersdorf.

Bei Gelenkspiegelungen (Arthroskopien) werden lediglich 2 – 3 Hautinzisionen benötigt, über die ein Sichtgerät von hinten und Instrumente über die anderen Inzisionen in das Schultergelenk eingeführt werden können. Der Vorteil besteht darin, dass sämtliche Gelenkoberflächen stark vergrößert dargestellt und Gelenkschäden genau gesehen werden können. Kleinere Einrisse der Rotatorenmanschette werden über diese kleinen Inzisionen geglättet. Krankhafte Veränderungen unter dem Schulterdach können ebenso über diese kleinen Hautinzisionen behandelt werden. Die entzündeten Schleimbeutel werden mit modernsten OP-Instrumentarien (Shaver, Elektrokauter) entfernt und knöcherne Anbauten mit einer kleinen Fräse abgetragen. Sollte ein größerer Riss der Rotatorenmanschette mit Bewegungseinschränkung vorliegen, wird arthroskopisch oder über einen kleinen Hautschnitt (Mini-open) die Sehnenplatte genäht oder am Oberarmkopf befestigt. Bei abgelösten Kapselbandstrukturen an der Schultergelenkspfanne bei Luxation wird arthroskopisch oder offen mit Raffung der ausgedünnten Gelenkkapsel vorne das Schultergelenk stabilisiert, indem die Kapselbandstrukturen mit selbstauflösenden Fadenankern am Schultergelenk refixiert werden.

Nachbehandlungsschema:

Sollte die Ursache des Schulterschmerzes ein Engpass-Syndrom unter dem Schulterdach sein, erfolgt zunächst eine kurzfristige Ruhigstellung des Gelenkes und dann eine intensive krankengymnastische Übung mit aktiven und passiven Bewegungsübungen u. a. auch auf einem Schulterbewegungsstuhl. Dieser kann im ambulanten Bereich dann für weitere 2 – 3 Wochen rezeptiert werden. War es notwendig, die Rotatorenmanschette zu nähen, kann es unter Umständen notwendig sein, die Schulter auf einem Schulterabduktionskissen für 4 – 6 Wochen zu lagern bei flankierender Krankengymnastik. Lag eine unfallbedingte oder anlagebedingte Schulterluxation vor, mit nachfolgender Befestigung der Kapsellabrumstrukturen ist eine Ruhigstellung des Schultergelenkes in einem Schulterarmverband für 6 Wochen notwendig unter Vermeidung der Außendrehung für 6 Wochen nach OP. Von entscheidender Bedeutung ist für das OP-Ergebnis die differenzierte krankengymnastische Nachbehandlung des Patienten.

Die Dauer des stationären Aufenhaltes bei einer Schultergelenksarthroskopie beträgt ca. 2 Tage.
 

 

 
 

© by websitefactory 2006-2011