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Die Ursache der Kalkschulter (Tendinosis calcarea) ist bisher nicht
sicher geklärt. Diskutiert werden mechanische, durchblutungsbedingte
und biochemische Faktoren, die zu einer Minderdurchblutung und
verminderten Sauerstoffversorgung des Sehnengewebes mit entsprechender
Degeneration der Sehnezellen einhergeht. Hierunter bildet sich im
Bereich der Rotatorenmanschette ein schmerzhaftes Kalkdepot.
Bevorzugtes Alter ist das 30. – 50. Lebensjahr, Frauen sind häufiger
als Männer betroffen. Ein bds. Auftreten besteht in 20 – 40 % der
Fälle. Die rechte Schulter ist häufiger betroffen als die linke.

Kalkdepot am Oberarmkopf
Der klinische Verlauf besteht aus einer akuten Phase mit einem
plötzlichen sehr starken Schmerzen für 2 – 3 Wochen mit einer sehr
schmerzhaften Schulter mit Schwellung und Rötung. Es besteht ein
Nachtschmerz, der Arm wird in Innendrehung gehalten. Dann folgt ein
allmählich abklingender Schmerz und Restbeschwerden über Monate.
Sollte der Krankheitsverlauf chronisch werden, findet sich ein
wechselhafter Schmerzverlauf mit einem Maximum der Schmerzsymptomatik
im Frühjahr und im Herbst.

Ultraschallbild Kalk
Im Röntgenbild und in der Sonografie des Schultergelenkes finden sich
Kalkeinlagerungen, speziell in der Supraspinatussehne (Teil der
Rotatorenmanschette) mit unterschiedlicher Beschaffenheit und
Ausbreitungsgrad.

operativer Befund
Die nichtoperative Therapie besteht zunächst in einer
Cortisoninjektion subacromial kombiniert mit der Einnahme von
entzündungshemmend wirkenden Medikamenten. Im akuten Stadium keine
Physiotherapie, erst nach Abklingen der akuten Schmerzsymptomatik
intensive Physiotherapie zur Verbesserung des Bewegungs-umfanges am
Schultergelenk. Alternativ hat sich als nicht invasives Verfahren die
Stosswellentherapie (ESWT) entwickelt. Erfolgsraten von über 50 % der
Fälle sind bekannt. Die Indikation zur extrakorporalen
Stosswellentherapie besteht aus einem erfolglosen konservativen
Behandlungsversuch. Insgesamt werden 3 Sitzungen im wöchentlichen
Abstand durchgeführt.
Die sicherste und effektivste Form der Behandlung ist heute die
arthroskopische Kalkentfernung, die dann indiziert ist, wenn die o. g.
konservativen Behandlungsmaßnahmen ausgeschöpft sind. Über kleine
Stichinzisionen wird hierbei arthroskopisch der entzündete
Schleimbeutel unterhalb des Schulterdaches entfernt. Die
Rotatorenmanschette und das Kalkdepot werden dargestellt und das
Kalkdepot entweder über das sog. Needling (Aufstechen des Kalkdepots)
oder durch vorsichtige Eröffnung der Supraspinatussehne mittels
Mikroinstrumentarium eröffnet und das Kalkdepot entleert. Im Vergleich
zur offenen Kalkentfernung liegt der Vorteil der arthroskopischen
Technik in einer kürzeren Rehabilitation.
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