Der akute Schulterschmerz – Ursachen, Diagnostik und Therapie
 
1. Engpaßsyndrom (Impingementsyndrom)
 
2. Sehnenabriss im Schultergelenk
 
3. Kalkschulter
 
4. Eingesteiftes Schultergelenk
 
5. Schultereckgelenksarthrose (AC-Gelenksarthrose)
 
6. Auskugeln  und Instabilität des Schultergelenkes
 
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3. Kalkschulter (Tendinosis calcarea)



Die Ursache der Kalkschulter (Tendinosis calcarea) ist bisher nicht sicher geklärt. Diskutiert werden mechanische, durchblutungsbedingte und biochemische Faktoren, die zu einer Minderdurchblutung und verminderten Sauerstoffversorgung des Sehnengewebes mit entsprechender Degeneration der Sehnezellen einhergeht. Hierunter bildet sich im Bereich der Rotatorenmanschette ein schmerzhaftes Kalkdepot. Bevorzugtes Alter ist das 30. – 50. Lebensjahr, Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Ein bds. Auftreten besteht in 20 – 40 % der Fälle. Die rechte Schulter ist häufiger betroffen als die linke.


Kalkdepot am Oberarmkopf

Der klinische Verlauf besteht aus einer akuten Phase mit einem plötzlichen sehr starken Schmerzen für 2 – 3 Wochen mit einer sehr schmerzhaften Schulter mit Schwellung und Rötung. Es besteht ein Nachtschmerz, der Arm wird in Innendrehung gehalten. Dann folgt ein allmählich abklingender Schmerz und Restbeschwerden über Monate. Sollte der Krankheitsverlauf chronisch werden, findet sich ein wechselhafter Schmerzverlauf mit einem Maximum der Schmerzsymptomatik im Frühjahr und im Herbst.


Ultraschallbild Kalk

Im Röntgenbild und in der Sonografie des Schultergelenkes finden sich Kalkeinlagerungen, speziell in der Supraspinatussehne (Teil der Rotatorenmanschette) mit unterschiedlicher Beschaffenheit und Ausbreitungsgrad.


operativer Befund

Die nichtoperative Therapie besteht zunächst in einer Cortisoninjektion subacromial kombiniert mit der Einnahme von entzündungshemmend wirkenden Medikamenten. Im akuten Stadium keine Physiotherapie, erst nach Abklingen der akuten Schmerzsymptomatik intensive Physiotherapie zur Verbesserung des Bewegungs-umfanges am Schultergelenk. Alternativ hat sich als nicht invasives Verfahren die Stosswellentherapie (ESWT) entwickelt. Erfolgsraten von über 50 % der Fälle sind bekannt. Die Indikation zur extrakorporalen Stosswellentherapie besteht aus einem erfolglosen konservativen Behandlungsversuch. Insgesamt werden 3 Sitzungen im wöchentlichen Abstand durchgeführt.

Die sicherste und effektivste Form der Behandlung ist heute die arthroskopische Kalkentfernung, die dann indiziert ist, wenn die o. g. konservativen Behandlungsmaßnahmen ausgeschöpft sind. Über kleine Stichinzisionen wird hierbei arthroskopisch der entzündete Schleimbeutel unterhalb des Schulterdaches entfernt. Die Rotatorenmanschette und das Kalkdepot werden dargestellt und das Kalkdepot entweder über das sog. Needling (Aufstechen des Kalkdepots) oder durch vorsichtige Eröffnung der Supraspinatussehne mittels Mikroinstrumentarium eröffnet und das Kalkdepot entleert. Im Vergleich zur offenen Kalkentfernung liegt der Vorteil der arthroskopischen Technik in einer kürzeren Rehabilitation.