6.
Schultergelenksluxation (Auskugeln desSchultergelenkes) und
Schulterinstabilität
Nach einem Sturz auf das Schultergelenk oder dem Versuch einen Sturz
mit dem ausgestreckten Arm abzufangen, kann es zum „Auskugeln des
Schultergelenkes“ (Luxation) kommen. Hierbei rutscht der Oberarmkopf
zumeist nach vorne unten aus der Schultergelenkspfanne heraus und
schädigt dabei sowohl die Knorpelstruktur des Oberarmkopfes selber als
auch die untere Pfannenbegrenzung des Gelenkes (Labrum). In den
meisten Fällen muss die Luxation mit ärztlicher Hilfe in den
ursprünglichen Zustand durch Reposition zurückgeführt werden. Im
weiteren Verlauf kann es wegen der resultierenden Instabilität des
Schultergelenkes zu erneuten schmerzhaften „Auskugelungen“ des
Gelenkes bereits ohne Unfall kommen. Die Folge sind Bewegungsschmerzen
im Schultergelenk speziell bei Überkopfarbeiten und bei sportlicher
Betätigung verbunden mit der Angst einer erneuten Luxation.
Labrumabriss
Bei einem Teil der Patienten besteht von Geburt an eine Laxität
(Gelenklockerheit) des Schultergelenkes mit einem vergrößerten
Bewegungsumfang in allen Richtungen. Bereits ohne Unfallereignis kann
es hierbei zum „Auskugeln des Schultergelenkes“ kommen. In besonderen
Fällen kann die Luxation durch den Patienten selbst ausgelöst werden.
Befestigung des Labrums mit Fadenankern
Zunächst wird ein konservativer Behandlungsversuch mit intensiver
Schultergelenks zentrierender Krankengymnastik durchgeführt. Bei
weiter bestehender wiederholter Luxation des Schultergelenkes muss zum
Schutz des Oberarmknorpels und zur Vermeidung der Ausbildung eines
Gelenkverschleißes eine stabilisierende Operation durchgeführt werden.
Festknoten
des Labrums an der
Gelenkpfanne
Ziel der Operation ist es, die beim Auskugeln des Schultergelenkes
abgerissene untere Begrenzung der Schultergelenkspfanne wieder am
unteren Rand der Gelenkspfanne zu befestigen und den Umfang der
Schultergelenkshöhle zu verkleinern.
In den meisten Fällen gelingt dies mit einer Gelenkspiegelung (arthroskopisch, mit nur kleinen
OP-Zugängen). Die abgerissene untere Pfannenbegrenzung wir mit
biologisch abbaubaren Fadenankern am unteren Pfannenrand befestigt und
die Schultergelenkskapsel gerafft. Eine Materialentfernung ist nicht
erforderlich. Bei sehr häufigen Schulterluxationen (über 5 Luxationen)
wird sowohl die Schultergelenkskapsel als auch die Schulter führende
Muskulatur über einen offenen Eingriff gerafft und das Schultergelenk
stabilisiert. Nach der Operation ist eine intensive Krankengymnastik
erforderlich.